Die Hausstaubmilben – die unsichtbaren Allergieauslöser

Hausstauballergiker haben ein großes Problem. Die Allergie verfolgt sie auf Schritt und Tritt. Denn leider ist die Hausstauballergie die zweithäufigste Allergie, direkt nach der Blütenpollenallergie.

Was ist die Hausstauballergie?

Genaugenommen ist der Betroffene nicht gegen Hausstaub allergisch. Vielmehr sind die Exkremente der Hausstaubmilbe der eigentliche Allergieauslöser. Da diese sich mit dem Hausstaub verbinden und somit durch die Luft schwirren, spricht man im Allgemeinen von einer Hausstauballergie.

 

Was sind denn nun Hausstaubmilben?

Der Fachbegriff für Milben ist Pyroglyphidae und sie zählen zu den Spinnentieren. Zu den Spinnentieren gehören übrigens nicht nur die „echten“ Spinnen (also das, was wir landläufig darunter verstehen), sondern auch Skorpione, Milben und Zecken, um nur einige zu nennen.

 

Die Hausstaubmilbe – Aussehen

Der Fachbegriff der Hausstaubmilbe ist Dermatophagoides und gehört somit ebenfalls zu den Spinnentierchen. In Europa sind drei verschiedene Arten der Hausstaubmilbe besonders häufig anzutreffen:

  • Dermatophagoides pteronyssinus
  • Dermatophagoides farinae
  • Dermatophagoides microceras

Insbesondere die ersten beiden Arten machen uns in Deutschland das Leben besonders schwer. Mit einer Größe von 0,1 Millimeter bis 0,5 Millimeter sind sie für das bloße Auge unsichtbar und nur unter dem Mikroskop zu erkennen. Damit Sie eine Vorstellung haben, wie klein die Hausstaubmilben sind: in einem Gramm Staub leben bis zu 15.000 Milben.

Eine Hausstaubmilbe wird durchschnittlich ca. 30 Tage alt. Bei besonders guten Bedingungen können die Hausmilben allerdings auch bis zu 100 Tage alt werden.

 

Ernährung

Die vornehmliche Nahrung der Hausmilben sind Hautschuppen. Da der gesunde Mensch rund 2 Gramm Schuppen am Tag verliert, findet die Hausstaubmilbe in der Wohnung eines Menschen eigentlich immer ausreichend Nahrung. Darüber hinaus benötigt die Hausmilbe auch Schimmelpilze in der Nahrung, um die Hautschuppen verdauen zu können. Diese finden sich aber in mikroskopisch kleinen Mengen praktisch in jeder Wohnung.

 

Lebensraum

Die Hausstaubmilbe findet sich vor allem in menschlichen Behausungen. Sie wurde zwar auch schon in Vogelnestern gefunden aber in der Regel ist die Milbe im Freien nicht überlebensfähig.

Die Hausstaubmilbe bevorzugt eine höhere Luftfeuchtigkeit von 70-80% relative Feuchte und außerdem eine Temperatur von 25-30 Grad Celsius.

Gerade diese Bedingungen finden sich insbesondere im menschlichen Bett. Die Feuchtigkeit aus Schweiß und Atemluft, die der Mensch beim Schlafen absondert, beträgt mehrere Zentiliter. Außerdem führen die Körperwärme und die Heizung im Winter insgesamt zu einem feuchtwarmen Matratzenklima.

Dennoch sind die Hausstaubmilben auch an anderen Orten zu finden, wie z.B. Teppiche oder Couchgarnituren.

 

Die Hausstaubmilben-Allergie

Eigentlich ist die Hausstaubmilbe völlig harmlos. Sie selbst löst keinerlei Allergien aus, beißt nicht und verspritzt auch kein Gift.

Allerding löst ihr Kot allergische Reaktionen aus. Der Kot enthält Eiweiße, auf die die betroffene Person allergisch reagiert. Der Kot zerfällt in kleine Partikel, sobald er trocknet. Diese Partikel verbinden sich mit dem Staub und fliegen durch die Luft. Diese Partikel lösen bei einem Allergiker dann einen Niesreiz aus, verengen die Nasenschleimhäute und führen zu roten Augen, sobald sie eingeatmet werden.

Eine Hausstaubmilbe produziert in ihrem Leben bis zu 200x ihr eigenes Körpergewicht an Kot. Wenn man sich nun vorstellt, dass mehr als 1 Million Milben in einer Matratze leben können, so kann man sich ausmalen, welche Mengen Kot nach ein paar Jahren in der Matratze zu finden sind.

 

Bekämpfung der Hausstaubmilben

Zuerst einmal ist festzuhalten, dass die Hausstaubmilbe selbst nicht vollständig aus einer Wohnung entfernt werden kann. Und selbst wenn dies so wäre, würden doch mit dem erstbesten Besuch wieder Milben eingeschleppt werden, die sich in der Kleidung befinden. Eine Bekämpfung der Milben kann also nur in einer Reduzierung der Populationsmenge einen Sinn ergeben.

 

Neemspray

Aus dem Samen des Niembaums wird ein Öl gewonnen, welches allgemein als Neemöl (auch Niemöl) bezeichnet wird. Der enthaltene Wirkstoff Mahalin wirkt gegen die Hausstaubmilben und kann diese deutlich reduzieren.

 

Lüften

Wie bereits oben beschrieben, lieben Hausstaubmilben feuchte Wärme. Es ist daher besonders wichtig, regelmäßig zu lüften, um die Feuchtigkeit aus der Matratze herauszubekommen. Lassen Sie das Bett am besten ungemacht und legen Sie die Bettwäsche nur am Fußende übereinander. So kommt mehr Luft an die Matratze selbst.

 

Matratzen- und Bettwäschebezüge

Es gibt milbenkotdichte Matratzenüberzüge, sogenannten Encasing-Bezüge, die Matratze, Kissen und Decke dicht umschließen. Wichtig ist, diese Encasing-Bezüge regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen.

 

Hepa-Filter im Staubsauger

Gute Staubsauger verfügen über einen Hepa-Filter, bzw. auch Ulpa-Filter. Diese pusten, im Gegensatz zu einem herkömmlichen Staubsauger, die Allergene nicht zurück in die Luft, sondern filtern diese aus.

Experten-Tipp: fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach. Wenn Sie anerkannter Allergiker sind, kann es sein, dass Sie beim Kauf eines Spezialstaubsaugers oder eines Encasing-Bezuges einen Zuschuss bekommen. Insbesondere private Krankenversicherungen zeigen sich hier oft großzügig.

 

Zusammenfassung

Die unscheinbare Hausstaubmilbe kann für Allergiker ein großes Problem sein. Wichtig ist es, konsequent gegen die Milbe vorzugehen, regelmäßig die Bettbezüge zu waschen und zu Lüften.

Weitere Informationen finden Sie auf dieser Fachseite über Hausstaubmilben.

Die Hausstaubmilben – die unsichtbaren Allergieauslöser
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